Habitatstruktur und -nutzung des Rotmilans

Rotmilanprojekt 2020 -2022

Habitatstruktur und Habitatnutzung des Rotmilans (Milvus milvus) im Bereich der Magdeburger Börde, des Börde-Hügellands sowie der Bodeniederung

Der Rotmilan (Milvus milvus) stellt für die Bundesrepublik Deutschland eine avifaunistische Besonderheit dar. Von insgesamt rund 250 Brutvogelarten ist sie die einzige Art, von der gut 50% der Weltpopulation in Deutschland brütet. Allein daraus leitet sich eine herausragende Verantwortung der Bundesrepublik Deutschland und jedes einzelnen Bundeslandes für den Rotmilan ab. Sachsen-Anhalt nimmt sowohl mit den höchsten Dichten als auch mit den meisten Brutpaaren eine besondere Stellung ein und trägt somit auch in erhöhtem Maß eine Verantwortung zum Schutz und Erhalt der Art.

Ziel des Projektes sind konkrete Beiträge zur Verbesserung der Habitatsituation für den Rotmilan (Milvus milvus) im Bereich der Magdeburger Börde, des Börde-Hügellands sowie der Bodeniederung. Dazu soll eine Erfassung des Brutbestands und eine Untersuchung der Habitatnutzung erfolgen. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf den Flächen, des am niederländischen Modell orientierten Pilotprojekts „Kooperativer Naturschutz in der Landwirtschaft“. Die Ergebnisse liefern Zuarbeiten für die künftige Maßnahmenplanung – im Dialog mit den beteiligten Akteuren sollen Vorschläge für innovative Maßnahmen mit einer guten Integrationsfähigkeit in die Bewirtschaftungspraxis bei gleichzeitig guter Wirksamkeit für die Art entwickelt werden. Ein weiterer Schwerpunkt der Projektarbeit ist die Charakterisierung der Bruthabitate und die Entwicklung von umsetzungsreifen Maßnahmen zu deren Sicherung. In Risikogebieten werden die Hostbäume gegen Prädation durch Raubsäuger (insbesondere Waschbären) gesichert, um den Bruterfolg zu steigern.
Das Projektvorhaben wurde in enger Abstimmung mit dem Rotmilanzentrum am Museum Heineanum (Halberstadt) entwickelt. Beringungen und Besenderungen erfolgen nach Erfassung der Horststandorte im Rahmen dieses Projektes anschließend durch Mitarbeiter des Rotmilanzentrums am Heineanum.
Gleichermaßen bildet die Zusammenarbeit mit der Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt die Grundlage für eine Erfassung der Habitatnutzung von Maßnahmeflächen im Modellprojekt „Kooperativer Naturschutz in der Landwirtschaft“.

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