Biomasseprojekt

Börde bei Schwaneberg

Biomassenutzung in der Börde 

Projekt zur Untersuchung der Möglichkeiten einer energetischen Verwertung von Biomasse als Beitrag zur Etablierung eines geschlossenen Kreislaufs der Biotoppflege

Die Magdeburger Börde ist in landschaftlicher Hinsicht von großen Ackerschlägen mit wertvollen Böden geprägt. Abgesehen von einzelnen Waldinseln gibt es keine größeren zusammenhängenden bestockten Flächen. Neben Siedlungen und Einrichtungen der Infrastruktur stellen Feldgehölze in dieser Region oftmals die einzigen Elemente mit einer strukturierenden Wirkung für das Landschaftsbild dar. Weiterhin bieten sie wichtige Rückzugsräume für wildlebende Flora und Fauna der offenen bis halboffenen Landschaft, darunter auch für mehrere geschützte Arten wie beispielsweise Rotmilan oder Neuntöter, die sowohl nationalen als auch internationalen Schutz genießen. Ferner sind die Feldgehölze von maßgeblicher Bedeutung für den Biotopverbund in der Region. Abgesehen von der Bedeutung für den Natur- und Artenschutz profitiert auch die Landwirtschaft von diesen Flurgehölzen. Wind- und Wassererosion werden reduziert, lokal können sich Mikroklimate mit positiver Wirkung für die angebauten Feldfrüchte entwickeln. Jedoch befinden sich die Feldgehölze überwiegend in einem schlechten Zustand. Mit Blick auf den Erhalt der biologischen Vielfalt, des landschaftlichen Charakters dieser Region, aber auch rein praktischer Pflichten wie der Verkehrssicherungspflicht besteht ein dringendes Handlungserfordernis. Dem gegenüber steht ein bislang kaum genutztes Potential an Biomasse in den Feldgehölzen.

Das Projekt „Biomassenutzung in der Börde“ soll einen Beitrag leisten zur Lösung der regional allgegenwärtigen Pflegedefizite an Feldgehölzen und der Nutzung der Biomasse. Der erste Schritt liegt in der Untersuchung, ob beziehungsweise wie sich naturschutzgerechte Biotoppflege und erfolgreiche thermische Verwertung der anfallenden Holzrohstoffe verbinden lassen. Dazu wurde im Projektgebiet bei Magdeburg zunächst der Ist-Zustand an Gehölzen erfasst und anhand von 4 ausgewählten Pflegesituationen erste Daten zu Pflegeaufwand und Ertrag an Holzbiomasse erhoben. Das Vorhaben in Trägerschaft des Landschaftspflegeverbands „Grüne Umwelt“ e. V. hatte eine Laufzeit vom 01.10.2011 bis 31.12.2012.

Gefördert con:

                                

Lotto-Toto                Landkreis Börde                       SUNK

 

Die Untersuchungen haben ein erhebliches Potenzial an anfallender und gegenwärtig nicht genutzter Holzbiomasse aufgezeigt.

Wie geht es nun weiter?

Der Schlüssel für einen Erhalt der Feldhecken und Feldgehölze liegt im Aufbau eines geschlossenen Pflegekreislaufes. Dazu hat der LPV unter dem Dach der LAG Bördeland ein Projekt zur Biomassenutzung intiiert.

Die wirtschaftliche Situation einer Nutzung des Brennstoffes Holz und die vorhandenen Potenziale genügen als Grund, die weitere Untersetzung von Bestand und Ertrag begleitend mit der Umsetzung dieses Projektes zu realisieren. Dazu baut der Landschaftspflegeverband mit Beteiligung von Akteuren aus Landwirtschaft, Verwaltung und Naturschutzeine Struktur zur kontinuierlichen Pflege der Feldgehölze und Nutzung des Schnittgutes auf.

Das Pflegemanagement wird vom LPV „Grüne Umwelt“ e. V. aufgebaut. Zur Realisierung und dem künftigen Betrieb werden Partner aus Landwirtschaft (Transport, Logistik, ggf. Trocknung usw.) Garten- und Landschaftsbau (Spezialarbeiten, tlw. Pflanzungen) und darüber hinaus auch Interessengemeinschaften (Jägerschaft, Naturschutz) eingebunden.

Für den Bau und die Inbetriebnahme einer Hackschnitzelanlage wird ein LEADER-Projekt erarbeitet und zur Förderreife weiterentwickelt. Bei diesem Projekt ist die Gemeinde Sülzetal als Nachnutzer Träger.

 

Gefördert von:

    

LEADER